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Biketour im Siegerland
#41
......sind wir doch auch. Sagt zumindest der Popometer....
Elektrisch. Noch 100% - Tendenz fallend......


[-] Die folgenden 1 Benutzer sagten Danke zu Sundancer44 für diesen Beitrag:
  • Kubi56
#42
Als Gastgeber möchte ich es nicht versäumen, die Berichte von @Sundancer44 und @LCSnake zu ergänzen und meine Sicht der Dinge zu schildern. Was mir nicht so ganz leicht fällt, denn ich muss verdammt aufpassen, nicht euphorisch zu klingen. Aber es war nunmal ein richtig geiler Event!

Wenn da nicht die Sache mit dem Salz gewesen wäre... Cry


Prolog

Das Siegerland bietet (angeblich, nachgemessen habe ich nicht) 70.000 km Feld- und vor allem Waldwege, Singletrails nicht mitgerechnet. Deshalb hatte ich erstmals vor einem Jahr eine gemeinsame Ausfahrt angeboten, zu der es zwar Interessenten gab, die aber doch nicht zustande kam – es ist halt nicht leicht, einen einheitlichen Termin zu finden bei meist eher langer und daher beschwerlicher Anreise. Doch in diesem Jahr, als ich mein Angebot erneuerte und zunächst @LCSnake und dann auch @apple65 spontan zusagten, ging es recht fix: ein wenig PN-Korrespondenz, dann eine WhatsApp-Gruppe, und innerhalb kürzester Zeit hatten wir ein munteres Grüppchen zusammen.

Ein Problem konnten wir freilich nicht lösen, bzw. das blieb auf den Schultern der Betroffenen: von Minden sind es mehr als 260 km bis nach Siegen, und auch Dortmund ist nicht um die Ecke. Zum Glück machte @Sundancer44 Steffen "kurzen Prozess" und mietete einen Kleintransporter an, so dass die drei Mindener nur bis Dortmund mit dem Zug fahren mussten und von dort deutlich flexibler mit dem Auto weiterreisen konnten. Pünktlich auf die Minute trafen alle am Startpunkt Oberdielfen nahe Siegen ein, der BMW i3 von Steffens Partnerin Katharina kam an die Steckdose und es konnte losgehen.

Der Mountainbiker an sich gilt ja gemeinhin als witterungsbeständig und völlig wasserdicht; was ihn jedoch nicht daran hindert, sich für so eine Tour schönes Wetter zu wünschen. Um es kurz zu machen: Unser Wetter war ideal! Leicht bewölkter Himmel, Temperaturen um die 22°C, kaum Wind. Der Waldboden vom langen Regen des Vortags etwas angeweicht, manche zum Teil seenartigen Pfützen mussten allerdings akrobatisch umfahren oder todesmutig durchquert werden.

Wie wir schon nach kurzer Zeit ausgesehen haben, wie dick die Kruste auf den Bikes am Ende war und was ein Fattiereifen mit einem Schlammloch anzustellen in der Lage ist, möchte ich der Phantasie des Lesers überlassen. Ein Hinweis nur: es kann dramatisch enden!


Material / Technik

Wie @LCSnake bereits erwähnte, waren drei fundamental unterschiedliche Konzepte am Start, die außer dem Vorhandensein eines Motors wenig gemeinsam hatten:

3 Fat-Bikes (Hai Fatsix und FT26)
2 Touren-Hardtails (Moscow und Prague)
2 Premium-Fullys (Canyon Spectral:ON und YT Decon)

Damit als Gruppe eine Tour zu fahren, die am Ende über 64 km quer durch die Siegerländer Wälder führte, ist von der Papierform her eigentlich fast unmöglich. Doch um dies vorweg zu nehmen: Es hat geklappt! Und zwar vorzüglich!

Das lag u.a. auch an einem Tourverlauf, der für jeden Anspruch etwas dabei hatte. Vor allem aber lag es daran, dass alle Teilnehmer schon nach ganz kurzer Zeit auf eine Weise harmonierten, als würden sie schon ewig zusammen fahren. Lars (Canyon) und Sascha (YT Decon) ballerten schon mal vorne weg, nur um an der nächsten Abzweigung geduldig auf die Nachzügler zu warten; die Fatbiker nahmen auf den felsigen und Wiesenteilstücken Rücksicht auf die Schmalspurbereiften, und die NCM fuhren auch nicht mit PAS6 jede Waldautobahn hoch.

Lars hatte mir u.a. die Gelegenheit gegeben, sein Spectral:ON auf einem markigen Trailstück auszuprobieren. Es sollte sich herausstellen, dass diese hinterhältige Tat zu nichts anderem führte, als dass ich jetzt auch sowas will. Und zwar pronto!

Im Ernst: Mein Moscow, das erst kurz vor dem Tourstart bei NCM in Hannover durch ein neues Hinterrad samt Motor plus neuem Controller fit gemacht worden war und immer noch an waidwunder Schaltung laborierte (zum Glück hatte Lars mir noch eben schnell die Kette gewechselt, so hatte ich wenigstens 10 statt vorher gerade noch 6 Gängen) schlägt sich mit seinen fast 30 kg Kampfgewicht mehr als bewundernswert über Stock und Stein; selbst übelste Felsenwege und Wurzelpfade nimmt es unerschrocken unter seine 29-Zöller. Aber während das Abfahren von Trails mit diesem tapferen Ackergaul ein ständiger Kampf gegen die Tücken des Untergrunds darstellt, hat man mit einem Spectral:ON das Gefühl, wie mit einem leichtfüßigen Heißblut-Hengst förmlich darüber zu fliegen. Das ist schon sehr beeindruckend.

Wie gesagt, das Moscow ist schon ein formidables Gerät, das auf Waldautobahnen keine Gegner kennt, sich vor nichts wirklich fürchtet und eine fast konkurrenzlose Reichweite aufweist (die Tour kostete gerade einmal 60% Akku-Kapazität). Auch das Prague meiner Frau schlug sich tapfer, hatte mit seinem 468 Wh-Akku sogar noch zwei Balken Restkapazität, nicht zuletzt dank kräftigen Pedalierens seiner Pilotin.

Das half dem liebevoll "Eisenschwein" genannten FT26-Umbau von Katharina wenig, denn bei dem Fattie verabschiedete sich einfach der Controller, wenn er keine Lust mehr hatte. Immerhin: der Akku (allerdings mit Monster-Kapazität) hielt durch. Anders als @Sundancer44 Hai-Fattie, wobei man nicht vergessen darf zu erwähnen, dass Steffen nun wirklich nichts anbrennen ließ und dem Bike so einiges abforderte.

Das taten @Avanki Sascha und seine Pam allerdings auch, was deren YT Decon bzw. Hai Fatsix wenig beeindruckte: beide zogen souverän ihre Bahnen, die Akkus hielten klaglos durch. Das YT Decon ist schon ein echter Burner, schlicht im Auftreten und sehr edel. Mir persönlich erschließt sich nur der stolze Mehrpreis zu einem Spectral:ON nicht ganz, von der Exklusivität einmal abgesehen; ein klasse Bike ist es allemal.


Streckenführung

Die Herausforderung lag darin, eine Tour zusammenzustellen, die technisch weniger versierte Fahrer auf bockigen Hardtails ebenso zufrieden stellt wie ambitionierte Stumpjumper mit der Extraportion Bike-Technik. Ob es mir am Ende gelungen ist, wirklich alle Interessen abzudecken, mögen die Teilnehmer entscheiden, aber die Reaktionen waren freundlicher, als es die pure Höflichkeit verlangt hätte.

Im Grunde hatte ich nur einige Fragmente aus alten Touren zusammengefasst und neu geordnet sowie um ein paar Trails ergänzt. Ein gpx-file hatte ich, weil als Komplettrunde noch nie gefahren, nicht. Um wenigstens ein paar Anhaltspunkte zu geben, hatte ich die Tour allerdings in Etappen aufgeteilt, so dass man Distanz, Höhenmeter und Dauer vorher sehen konnte.

Wir starteten in Oberdielfen, von dort ging es umweglos gleich in den Wald. Die Etappen 1 und 2 gaben einen schönen Eindruck von der Vielfalt des Siegerlandes und beinhalteten ein paar Trails unterschiedlicher Länge und Schwierigkeit. Um die Zeit, die wir beim Start verloren hatten, wieder aufzuholen, musste ich etwas kürzen, nach 25 km endete Etappe 2 an der Kalteiche. Die 3. Etappe war mit 6 km relativ kurz, aber es ging zuerst drei "Stockwerke" über einen Singletrail bergab und dann über eine echte Holperstrecke weiter, bevor wir uns über enge Serpentinen wieder nach oben schlängelten.

Etappe 4 führte uns über die teilweise echt heftigen Stein- und Wurzelpfade des Rothaarsteigs. Während @LCSnake Lars und @Avanki Sascha mit Freude über jede Wurzel hüpften, wurden die anderen in unterschiedlicher Ausprägung echt gefordert und das Material auch schon mal an die Grenzen seiner Belastung gebracht. Doch weder hier noch andernorts gab es einen Sturz (von einem unglücklichen Umfallen mal abgesehen) und das Material hielt (bis auf eine kleine Acht beim Prague) ebenfalls.

Lohn der Mühen nach knapp 15 km waren ein "Siegerländer Krüstchen" und ein paar Krombacher Radler im Rasthaus Lahnhof. Und da man nach einer ausgedehnten Pause nur schwer wieder auf's Bike findet, hatte ich die fünfte und letzte Etappe als "Verdauungs-Tour" konzipiert, auf der es geht fast nur bergab mit wenigen sanften Anstiegen ging und einige schöne Aussichten den Ausklang der Tour markierten. Um 19 Uhr standen wir schließlich wieder an unserem Ausgangspunkt. Geschafft, aber glücklich!


Teilnehmer

Wenn von einer 7köpfigen Truppe drei aus OWL und zwei aus Dortmund ins Siegerland kommen, dies mit nicht eben geringem Aufwand, ist die Erwartungshaltung naturgemäß groß. Und schließlich kommen da ein paar Leute zusammen, die sich z.T. vorher nie gesehen haben und deren einzige bis dahin erkennbare Gemeinsamkeit die Liebe zum biken ist. Das kann auch mal ins Auge gehen!

Die Erfahrung lehrt zudem, dass (insbesonders sportliche) Veranstaltungen mit Paar-Beteiligungen regelmäßig in die Hose gehen und häufig Rosenkriege mit anschließender Scheidung nach sich ziehen. Nun hatten wir gleich drei (!) Paare da, und was passierte? Nichts! Im Gegenteil: Manche küssten sich in aller Heimlichkeit. Unerhört!

Tatsache ist, dass sich alle Teilnehmer, und zwar ausnahmslos, von Anfang an ausgesprochen sympathisch waren und sich super gut verstanden. Es wurde viel gelacht, es wurde hemmungslos gefrozzelt, niemand glaubte, irgendwem irgendwas beweisen zu müssen, und wenn mal jemand "verloren" ging (was in den dunklen Wäldern des Siegerlandes schnell passieren kann!), war er gleich wieder eingesammelt. Ein tolle Truppe, die sich da gesucht und gefunden hat!

Fahren konnten alle, und zwar so gut, dass niemand vor einem Hindernis kapitulieren musste. Natürlich hätte sich sich z.B. @LCSnake Lars die eine oder andere echte Herausforderung gewünscht, aber es ging ja mehr ums gemeinsame Erleben denn um technisch anspruchsvolle Ballerei. Wie gesagt, eine Kaffeefahrt war das trotzdem nicht, und ich möchte besonders herausstellen, dass unsere drei weiblichen Teilnehmer in absolut gleichem Maße ihren Mann standen wie die harten Kerle.

Schade war, dass @apple65 kurz vor Tourstart verletzungsbedingt absagen musste und auch @Ambient2010 aus Termingründen nicht kommen konnte. Ich hoffe aber, dass wir beim nächsten Mal (das defintiv stattfindet!) unsere muntere Truppe weiter verstärken können – jeder, der mag, darf sich herzlich eingeladen fühlen!


Resümee

Ich habe es wohl nicht verbergen können, wie begeistert ich war und bin. Nicht so sehr von den landschaftlichen Reizen, die kenne ich ja zur Genüge, sondern von der Truppe, von der Stimmung, von dem Geist und dem gemeinsamen Erleben.

Und auch sonst hat alles geklappt. Niemand ist gestürzt, das Material hat gehalten (nicht mal einen Platten mussten wir beklagen!), die Streckenführung passte, das Wetter spielte prima mit. Wir haben eine landschaftlich reizvolle Tour mit häufig wechselndem Untergrund absolviert, Langeweile hatte keine Chance. Und ich habe einige tolle Leute kennenlernen dürfen, was auch nicht jeden Tag passiert.

Wir werden, und das ist beschlossene Sache, diese Ausfahrt wiederholen. Ganz sicher in gleicher Besetzung, gerne aber auch in erweitertem Kreis. Das Siegerland bietet noch eine Vielzahl weiterer spannender Touren, doch wir werden uns bestimmt auch noch anderswo treffen. Und genauso viel Spaß haben.

Wenn auch getrübt durch die Sache mit dem Salz. Aber das ist eine andere Geschichte. Angel
NCM Moscow Plus 29" | 48V / 16 Ah (768 Wh)
Kaufdatum: 12.07.2018 | km-Stand (09.08.2019): 6.222 (nur offroad)
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Fischer Proline 1608 | NCM Prague
NCM Milano | Diavelo e525mi



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#43
@Fullface ein super Bericht. So lebendig geschrieben, dass man als Leser das Gefühl hat dabeigewesen zu sein. Bier
Grüße
Gerhard




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  • Fullface
#44
(12-08-2019, 17:46)gerhard23 schrieb: Respekt. Es war für @Fullface bestimmt nicht einfach euch terminlich und organisatorisch alle unter einen Hut zu bekommen.

Ich will jetzt gar nicht kokettieren, wenn ich sage: "Das war wirklich keine Großtat." Einfach mal bei meinen üblichen Touren die Teilstücke unter dem Aspekt einer gemeinsamen Ausfahrt betrachten und sortieren, mehr braucht es wirklich nicht. Und das wenigste, dass die durch eine zeit- und kostenintensiven Anreise gebeutelten Gäste erwarten dürfen, ist eine sauber geplante und abwechslungsreiche Tour.


(12-08-2019, 17:46)gerhard23 schrieb: Sogar einen Team-Manager, extra gekennzeichnet durch das große "T" auf dem roten Trikot, hat er für euer Event gewinnen können.

Ohne geht mal gar nix! Es handelte sich gewissermaßen um das Salz in der Suppe... Biggrin


(12-08-2019, 17:46)gerhard23 schrieb: Ist leider für mich a bisserl weit weg. Cry

Ja, das ist echt schade! Aber wir reden hier ja wirklich von ein paar Hundert Kilometern. Wobei: das lange Wochenende Anfang Oktober könnte man ja durchaus für einen Kurz-Urlaub nutzen... Smile
NCM Moscow Plus 29" | 48V / 16 Ah (768 Wh)
Kaufdatum: 12.07.2018 | km-Stand (09.08.2019): 6.222 (nur offroad)
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Fischer Proline 1608 | NCM Prague
NCM Milano | Diavelo e525mi



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  • LCSnake, ThunderTiger
#45
@Fullface
Kann mich Gerhard nur anschließen
Man merkt bei jeder Zeile die Begeisterung des Schreibers. Klasse, da wäre nur noch die Sache mit dem Salz 🤔
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  • Fullface
#46
Tolle Ausfahrt, super Bericht!  Bier
FT: 
Das Grundgerüst ist original :-)
...
Haibike 6.0 2018
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  • Fullface
#47
Können wir das Thema hier jetzt mal schließen?
Ich will gar nix mehr davon hören.
Ärger' mich schon genug, dass ich nicht mit konnte Cry

Aber's hört sich ja trotzdem nach 'nem goilen Tag an Bier
Fat guys need Fatbikes
#48
Kannst ruhig noch ein bisschen Leiden 😎
#49
(14-08-2019, 16:55)apple65 schrieb: Können wir das Thema hier jetzt mal schließen?
Ich will gar nix mehr davon hören.
Ärger' mich schon genug, dass ich nicht mit konnte Cry

Aber's hört sich ja trotzdem nach 'nem goilen Tag an Bier

So ist es Stefan,
"leider Geil" Biggrin
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  • Fullface
#50
Auch nochmal ein Dank an @Fullface für die gelungene Tourzusammenstellung, und auch nochmal an @Sundancer44 fürs kutschieren ab/bis Dortmund.

War wirklich ein toller, wenn auch sehr anstregender (vll auch bedingt durch unsere lange Anreise) Tag.
Entspannter wäre so etwas als 2 Tages Event. Vor allem da dann auch das abendliche gemühtliche Beisammensein ausgiebiger ausfallen kann, was bei solch einer tollen Truppe, bei diesem "ersten" Event viel zu kurz kam.
YT - D Ξ C O Y  
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FT26 Black-Fat Umbau
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https://pedelec-ebike-forum.de/Thread-Neues-BlackFat-aus-OWL
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  • Fullface


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