Instandsetzung Bafang BFSWX02 NCM Moscow
#1
Moin Jungs..
Da ich von dem Problem mit den sich lösenden Magneten für den Speedsensor bei dem o.g. Motor betroffen war, ich nirgendwo so direkt eine entsprechende Reparaturanleitung gefunden habe, erstelle ich hier einfach mal eine. Das erspart dem ein- oder anderen vielleicht viel Ärger und herumprobieren.

Also im Endeffekt hatte sich einer der Magneten im Deckel von dem Motor für den Speedsensor gelöst, da diese Magnete nur eingepresst sind. Dieser Magnet hat dann auf der restlichen Fahrradtour das Lager im Deckel und den Speedsensor im Motor zerstört.
Angefangen hat es mit einer sporadisch aussetzenden Geschwindigkeitsanzeige, bis zum kompletten Ausfall dieser. Ungewöhnliche Geräusche aus dem Motor waren nicht zu hören..

Also daheim Stecker gelöst, Hinterrad ausgebaut, und Deckel mit den sechs Schrauben aufgeschraubt.
Darunter kam das Desaster zum Vorschein (s. Fotos). Lager defekt, Hallsensor abgerissen.
Also erst mal den losen Magnet eingesammelt und alles gereinigt und entfettet. Dann den Magenten wieder mit passender Polarität eingeklebt. Die 6 Magneten sind mit dem Nordpol im Deckel eingeklebt, d.h. der Südpol zeigt Richtung Sensor! Nicht wie in anderen Beiträgen beschrieben "abwechselnde Polarität" o.Ä.! Alle anderen Magneten habe ich ebenfalls gelöst und neu eingepresst/geklebt. Als Klebstoff habe ich Sekundenkleber genommen, der auch spülmaschinenbeständig ist! Ich denke, der wird halten. Wirkt auf jeden Fall bombenfest.

Das Lager ist ein 16003.2.RS. Also das Lager mit einer Nuss aus dem Ratschekasten im Schraubstock ausgepresst und das Neue umgekehrt wieder eingepresst. Dazu muss ich sagen, dass ich zum Einpressen den Aludeckel im Ofen auf 60 Grad erhitzt und das neue Lager im Kühlschrank abgekühlt habe. Durch das Ausdehnen / Schrumpfen war das Einpressen unter Zuhilfenahme von ein wenig Silikonspray ein Kinderspiel.

Nun zum Hallsensor. Dazu habe ich im Bezug auf den Motortyp keine Infos gefunden. Auf der Platine steht auch nichts und auf dem Sensor war, nachdem der Magnet da ein paar mal drüber "geschliffen" ist, auch nichts mehr zu erkennnen. Es waren nur Infos für andere Motoren von Bafang zu finden. Aber da die Magnete alle mit dem Südpol zum Hallsensor zeigen, laut anderen Motortypendokumentationen unipolare Hallsensoren verbaut waren, habe ich mir den Typen TLE4905 von Infineon besorgt. Und genau der passt, funktioniert und ist vor allem gut erhältlich!
Also eingelötet und mit ein bischen Pattex fixiert.

Danach habe ich mir die andere Seite des Motors mal angeschaut. Ich weiß nicht, ob das Nylonzahnräder sind, die wenig gefettet werden müssen, aber ich habe dem ganzen Getriebe mal ein wenig Silikonfett spendiert. Da war mir, dem Gefühl nach, einfach zu wenig Fett drin. Ihr müsst auf jeden Fall schauen, dass Ihr ein Fett benutzt, was die Kunststoffzahnräder nicht angreift!

Dann alles wieder in umgekehrter Reihenfolge zusammengebaut und das Hinterrad montiert. Die Testfahrt hat der Motor heute mit Bravur bestanden. Ich meine auch, dass er etwas leiser ist.

So, ich hoffe, ich konnte hier dem ein- oder anderen weiterhelfen...

Schönes Restwochenende

mastermixer
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#2
@mastermixer

.... nochmal Glück gehabt , wäre der Magnet in der Wicklung eingeschlagen : Worst Case ! Das org. Lager war das wirklich nur ein offenes also ohne Dichtring ? Ansonsten , sauber wieder hinbekommen , vor allem die Sache mit dem Hallgeber , Respekt !
Form follows function
#3
Super Info, obwohl ich mich wohl nicht dazu trauen würde.??
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#4
Moin..

@ maxblank: Nein, das Lager hat, wie man im reparierten Zustand auf den Fotos sehen kann, beidseitig eine Absichtung. Der Magnet hat die Innere aber zestört und dadurch hat sich das ganze Fett aus dem Lager im Deckel verteilt.

@ Kubi56: Hey, der Motor ist keine Raketentechnik. Wer ein bischen handwerklich geschickt ist und mit einem Lötkolben halbwegs umgehen kann, der schafft die Reparatur problemlos.

Gruß

mastermixer
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#5
Jetzt gerade erst gelesen...Super Reparaturanleitung!!  Bier

Läuft noch alles "smooth"?
LG
Christian

#6
@mastermixer 
Vielen Dank für deinen Beitrag! Tolle Bilder und Anleitung mit allen Fakten für eine erfolgreiche Reparatur. Bier 

Vor allem das mit der Ausrichtung der Magneten und dem entsprechenden Hallsensor finde ich sehr wichtig! 

Bei einem Freund war das gleiche bei seinem 12er passiert. Er musste sich noch einen neuen passenden Magneten besorgen, da er den alten der rausgeflogen war nicht mehr finden konnte.
#7
Ja, wirklich klasse!
Auch wenn ich mit meinen zwei linken Händen nix damit anfangen kann, weiß ich wenigstens, was ich machen müsste, wenn ich könnte! Biggrin 

Traust Du Dir sowas auch bei einem Mittelmotor zu? Mein Diavelo steht sich hier die Räder eckig, weil kein Händler auch nur den Motordeckel abschrauben will. Ich bin ziemlich sicher, dass der Fehler auch nur in einem abgefallenen Teil o.ä. liegt.
Moscow+ 29" / 07.18 / 13.744 km (nur offroad)
Moscow +29" / 11.19 / 4.115 km
Moscow 36V 29" / 04.17 / 6.362 km
------------------------------------------------------------
Mondraker Crafty XR | Kellys Whip 30
TurboAnt Thunder T1 | Fischer Proline 1608
NCM Prague | NCM Milano | Diavelo e525m









#8
Thumbs Up 
Habe das gleiche Problem! 3 Magneten aus ihrer Lage gefallen und den Hallsensor beschädigt. Habe jetzt auch den neuen Sensor von Infineon bestellt und Harfe dass damit alles wieder funktioniert!Vielen dank für 

(04-04-2020, 19:23)mastermixer schrieb: Moin Jungs..
Da ich von dem Problem mit den sich lösenden Magneten für den Speedsensor bei dem o.g. Motor betroffen war, ich nirgendwo so direkt eine entsprechende Reparaturanleitung gefunden habe, erstelle ich hier einfach mal eine. Das erspart dem ein- oder anderen vielleicht viel Ärger und herumprobieren.

Also im Endeffekt hatte sich einer der Magneten im Deckel von dem Motor für den Speedsensor gelöst, da diese Magnete nur eingepresst sind. Dieser Magnet hat dann auf der restlichen Fahrradtour das Lager im Deckel und den Speedsensor im Motor zerstört.
Angefangen hat es mit einer sporadisch aussetzenden Geschwindigkeitsanzeige, bis zum kompletten Ausfall dieser. Ungewöhnliche Geräusche aus dem Motor waren nicht zu hören..

Also daheim Stecker gelöst, Hinterrad ausgebaut, und Deckel mit den sechs Schrauben aufgeschraubt.
Darunter kam das Desaster zum Vorschein (s. Fotos). Lager defekt, Hallsensor abgerissen.
Also erst mal den losen Magnet eingesammelt und alles gereinigt und entfettet. Dann den Magenten wieder mit passender Polarität eingeklebt. Die 6 Magneten sind mit dem Nordpol im Deckel eingeklebt, d.h. der Südpol zeigt Richtung Sensor! Nicht wie in anderen Beiträgen beschrieben "abwechselnde Polarität" o.Ä.! Alle anderen Magneten habe ich ebenfalls gelöst und neu eingepresst/geklebt. Als Klebstoff habe ich Sekundenkleber genommen, der auch spülmaschinenbeständig ist! Ich denke, der wird halten. Wirkt auf jeden Fall bombenfest.

Das Lager ist ein 16003.2.RS. Also das Lager mit einer Nuss aus dem Ratschekasten im Schraubstock ausgepresst und das Neue umgekehrt wieder eingepresst. Dazu muss ich sagen, dass ich zum Einpressen den Aludeckel im Ofen auf 60 Grad erhitzt und das neue Lager im Kühlschrank abgekühlt habe. Durch das Ausdehnen / Schrumpfen war das Einpressen unter Zuhilfenahme von ein wenig Silikonspray ein Kinderspiel.

Nun zum Hallsensor. Dazu habe ich im Bezug auf den Motortyp keine Infos gefunden. Auf der Platine steht auch nichts und auf dem Sensor war, nachdem der Magnet da ein paar mal drüber "geschliffen" ist, auch nichts mehr zu erkennnen. Es waren nur Infos für andere Motoren von Bafang zu finden. Aber da die Magnete alle mit dem Südpol zum Hallsensor zeigen, laut anderen Motortypendokumentationen unipolare Hallsensoren verbaut waren, habe ich mir den Typen TLE4905 von Infineon besorgt. Und genau der passt, funktioniert und ist vor allem gut erhältlich!
Also eingelötet und mit ein bischen Pattex fixiert.

Danach habe ich mir die andere Seite des Motors mal angeschaut. Ich weiß nicht, ob das Nylonzahnräder sind, die wenig gefettet werden müssen, aber ich habe dem ganzen Getriebe mal ein wenig Silikonfett spendiert. Da war mir, dem Gefühl nach, einfach zu wenig Fett drin. Ihr müsst auf jeden Fall schauen, dass Ihr ein Fett benutzt, was die Kunststoffzahnräder nicht angreift!

Dann alles wieder in umgekehrter Reihenfolge zusammengebaut und das Hinterrad montiert. Die Testfahrt hat der Motor heute mit Bravur bestanden. Ich meine auch, dass er etwas leiser ist.

So, ich hoffe, ich konnte hier dem ein- oder anderen weiterhelfen...

Schönes Restwochenende

mastermixer
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