NCM Milano+ 28" und NCM Moscow 27,5" Speichen
#11
@Schattenmeister aus diesem Grund verkneife ich mir Werkstätten.
Bei manchen Markenfahrrädern ist es mittlerweile so, Garantie/Gewährleistung nur, wenn die Inspektionen lückenlos und per Händlerstempel dokumentiert, nachgewiesen werden. Cry  

Damit es kein Mißverständnis gibt... Die 100 in meinem Post waren nur ein Beispiel anhand einer glatten Zahl, kein realer Wert.

Einfachere Tensiometer sind mit einer Feder ausgestattet. Man drückt mit der Federspannung gegen die Speiche und erhält den Ablesewert. Der Ablesewert sagt noch gar nichts aus. Er ist davon abhängig, ob eine weiche oder eine harte Feder im Tensiometer des jeweiligen Herstellers seinen Dienst tut. Wichtig ist der zugehörige Wert z.B. [kgf] zum Ablesewert in der Tabelle.
Bedeutet, bei Deinem Tensiometer kann der Ablesewert ganz anders ausschauen als bei mir und trotzdem ist die Speichenspannung gleich. Dies als Hintergrund.

Bei Ablesewerten, die mir ungewöhnlich vorkommen, die komplett aus der Reihe tanzen, messe ich zur Sicherheit ein zweites oder drittes Mal -> Meßfehler.
An unserem Milano waren seinerzeit sowohl am Vorderrad als auch am Hinterrad alle Speichen gerade noch am unteren Rand, aber keine Speiche ausserhalb der für diese Speiche angegebenen Mindestspannung in der Tabelle. Trotzdem habe ich damals die Vorspannung aller Speichen etwas mehr Richtung Mitte angehoben.
Beste Grüße
Gerhard

Mein Reifen ist platt. Mist, ist er ganz platt? Nein, glücklicherweise nur unten.


























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#12
Genauso habe ich das auch vor.
Ich suche mir einen Mittelwert und Stelle die Speichen danach ein, ggf. muss man ja etwas höher oder niedriger, damit die Felge rund läuft.
Auch das mit den Unteschiedlichen Werten je nach Brems / Antriebsseite hab ich verstanden.
Was mir jetzt noch fehlt ist, wie es beim Vorderrad aussieht.
Da gibts ja zwischen Bremscheibenseite und andere Seite ja auch einen Unterschied, was die Spannung angeht.
Die soll ja aber nicht so groß sein, wie beim Hinterrad.
Hast Du da für mich auch einen Richtwert?
Allgemein wollte ich beim Vorderrad weniger Grundspannung nehmen, dachte so an 80 kgf.

Wie würdest du denn vorgehen?
Erstmal alle Speichen messen und dann nach und nach auf "Zielwert" gehen oder einfach alle auf z.B. 100 kgf auf Antriebsseite einstellen und dann die andere Seite mit 70 kgf einstellen?
Danach würde ja noch das auswuchten anstehen.

Möchte mich da mal am Wochenende am Vorderrad rantrauen.

Beste Grüße
Rocco
#13
@Schattenmeister prima, DIY.

Uns HobbySpeichenExperten fehlt einfach die Erfahrung. Eine weiche Speiche neigt eher zu einem Bruch, als eine härter angezogene Speiche. Das ist allgemein bekannt.
Was ist eine weiche Speiche? Noch gerade im zulässigen Bereich oder schon weit darunter? Darüber habe ich noch nichts brauchbares finden können.
Deshalb kann es nicht verkehrt sein, sich irgendwo in die Mitte der zulässigen Spannung zu legen. Diese Spannung sollte auch jede Felge noch verkraften können.
Am Hinterrad habe ich die Vorspannung aller Speichen Antriebsseite auf den gleichen Ablesewert +/- 1 Tensiometer gebracht/erhöht. Das war der Bezugswert.

Wir wissen ja nicht, wie hochwertig die Felge ist. Meine Werte liegen deshalb Antriebsseite bei ca. 80 kgf. Lt. Tabelle etwas oberhalb der Mitte für diese Speiche. Das ergab auf der Gegenseite um die 60 kgf, etwas unterhalb der Mitte.

Einzelne Speichen mussten deutlich mehr angezogen werden als andere, um auf den gleichen Wert zu kommen. Deshalb hat man sich damit eventuell eine leicht unrunde Felge oder einen Seitenschlag eingehandelt. Hier half mir der Zentrierständer. Der hat mir alle Stellen eines im Fahrbetrieb bemerkbaren Höhenschlags angezeigt. Den konnte ich dann schrittweise rausziehen.
Unkritischer sehe ich einen leichten Seitenschlag am oberen Felgenrand. Bei Felgenbremsen hat der sich bei jeder Radumdrehung ggf. bemerkbar gemacht. Aber da eine Bremsscheibe auf Achshöhe angebracht ist, bemerkt man ihn wahrscheinlich gar nicht. Am Vorderrad habe ich gleiche Werte wie am Hinterrad, Antriebsseite, eingestellt. Denn dieser Faktor 0,7 gilt nur bei einer Kettenschaltung auf der Antriebsseite.

Mit dieser Methode bin ich bisher recht gut gefahren. Vier von sechs Bikes waren/sind MTB's, wurden entsprechend auch genutzt. Ohne Speichenbruch. Biggrin
Beste Grüße
Gerhard

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#14
Gerhard,
vielen Dank für Deine Hilfe.
Mit den Infos kann ich arbeiten.
Ich gebe Bescheid wie es gelaufen ist.👍

EDIT: Bei Seitenschlag nimmt man einfach die Gegenüberliegende Seite und die Speiche leicht anziehen. (Linke / Rechts Seite)
Wie ist es denn jetzt bei Höhenschlag?
Hatte gelesen, das man die gleiche Seite, auch mehere Speichen Gegenüber (gleiche Seite) verändern muss.
Hast Du da noch Tipps?

EDIT2: Ich hatte auch gelesen, das man am besten immer den gleichen Abstand beim Speichenspannungmessen haben soll.
Langt da PimalAuge oder lieber mit nem Zollstock oder so Abstand zur Felge messen?
Beste Grüße
Rocco
#15
Rocco, ein Seitenschlag kündigt sich an. Er beginnt an einer Speichenposition, erreicht dann an einer anderen Position sein Maxium und fällt langsam wieder ab. Das heisst, es sind mehrere Speichen einer Seite beteiligt. Dementsprechend am Maximum anfangen. Entweder auf der gleichen Seite leicht entspannen oder auf der Gegenseite mehr spannen. Oder beides zusammen. Dann sollte sich das Maximum schon verringert haben, ist aber noch nicht ganz weg. Dann das gleiche mit den umliegenden Speiche machen. Solange bis man mit dem Rest Seitenschlag leben kann. Ich nutze die dritte Methode, um eine einzelne Speiche nicht zu sehr entlasten bzw. spannen zu müssen.  

Höhenschlag. Eine Felge läuft unrund. Entweder ist sie mechanisch beschädigt oder ist durch die Speichenspannungen nicht rundgezogen oder der Abstand zwischen Nabe/Motorachse und Felge hat sich nach einer Seite hin verändert. Auch hier kündigt sich der Höhenschlag sanft an, erreicht an einer Stelle sein Maximum und fällt dann wieder ab. Beim Höhenschlag sind fast immer beide Speichenseiten beteiligt. Entweder auf der Gegenseite die Spannung erhöhen, auf der betroffenen Seite leicht entspannen oder beides parallel.

Es gibt aber eine Besonderheit. Wie willst Du den Höhenschlag nur der Felge und nicht des Komplettrades mit Mantel ohne Zentrierständer gescheit feststellen?

   
 
Der Kamm, Pfeil, wird ganz nah an den Umfang der nackten Felge geschoben. Gerade so, dass er die Felge noch nicht berührt. Dann wird die Felge in der Achsaufnahme des Zentrierständers gedreht. Überall dort, wo er die Felge abbremst, hat man einen Höhenschlag. Mal mehr, mal weniger. Wo der Kamm die Felge nur leicht ankratzt ist nicht kritisch. Es gibt aber auch Stellen an denen der Kamm die Felge möglicherweise abrupt zum Stillstand bringt. Dort muss man gezielt nacharbeiten.

Edit2. Ich nehme immer die Mitte zwischen dem Kreuzungspunkt zweier Speichen und dem Innenrand der Felge. Das ist genau genug.
Beste Grüße
Gerhard

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#16
(30-06-2022, 13:36)gerhard23 schrieb: Höhenschlag ...
Entweder auf der Gegenseite die Spannung erhöhen, auf der betroffenen Seite leicht entspannen oder beides parallel.

Rocco, in der Eile die Korrektur des Höhenschlags genau falsch herum beschrieben. Die Nabe/Motorachse steht nicht in der Felgenmitte, sondern ist einseitig auf eine Seite der Felge gezogen worden. Um sie wieder mehr in die Felgenmitte zu bringen muss die Gegenseite natürlich mehr entspannt, statt gespannt werden. Anschliessend auf der betroffenen Seite die Spannung erhöhen bis sich der Höhenschlag schrittweise reduziert.
Du fängst ja erst am Wochenende mit dem Gefummel an. Ist eine Geduldssache. Biggrin
Beste Grüße
Gerhard

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  • ebikemanni, Schattenmeister, ThunderTiger
#17
Oki, bin mal gespannt wie es läuft. 😁👍
#18
(30-06-2022, 17:17)Schattenmeister schrieb: Oki, bin mal gespannt wie es läuft. 😁👍

Ich auch. Gibt es schon erfreuliches zu berichten? Bier
Beste Grüße
Gerhard

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