Speichen reißen ab
#81
(30-08-2020, 12:30)gerhard23 schrieb: Was macht man bei so einem Regentag? Das, was man schon viel zu lange vernachlässigt hat. Die Speichen überprüfen und ggf. nachspannen.
Bevor sie wg. Ermüdungsbruch irgendwann abreißen.
Jetzt, wie schon am Moscow und am Milano, nun am Aspen auch nach ca. 1000km. Werkzeuge Tensiometer und Nippelspanner.
Wegen der Zuordnung die Speichen durchnummeriert.


Erfreulich war, es gab kaum Ausreißer. Lediglich die Speiche 15 (Tabelle Vorderrad Bremsscheibe) und die Speiche 5 (Tabelle Vorderrad Gegenseite) lagen zu niedrig und wurden nachgespannt.
Ferner wurde die Speichenspannung, Antriebsseite Hinterrad, mit 100% gewichtet, die Nichtantriebsseite mit ca. 70%. Vorderrad Seite Bremsscheibe 100%, Gegenseite ca. 70%.
Alle Werte in der Tabelle sind Ablesewerte des Tensiometers. Anhand eines mitgelieferten Datenblattes kann man dann überprüfen, in welchem Bereich für diesen Speichendurchmesser sich die Speichen befinden.
Maßeinheit [kgf] für Kilogram-force.

Vorgehensweise: 

1) den Ist-Zustand aller Speichen ermittelt, um etwaige Außreiser auf die Spannung der übrigen Speichen einer Seite zu bringen (Tabelle jeweils linke Spalte).
2) den Durchschnitt des Ist-Zustands der jeweiligen 70%-Seite genommen, um die Speichen der Gegenseite auf 100% nachzuspannen.
3) alle Speichen einer Seite auf einen möglichst gleichen Wert gespannt (Tabelle Soll).



Daraus ergibt sich, dass die Speichenspannung der weniger belasteten Seite Hinterrad um ca. 25% niedriger als die belastete Seite ist. Beim Vorderrad sind es 21%.
Genauer ging es nicht, da die Speichenspannung des Datenblattes nicht linear zum jeweiligen Ablesewert Tensiometer ansteigt.
Alle Speichen einer Seite sind nun gleich vorgespannt. Die Werte der Antriebsseite Hinterrad liegen nun etwas oberhalb des Mittelwertes für die 2,3mm Speiche, aber immer noch weit unterhalb der zulässigen Spannung. Alle anderen Soll-Werte liegen etwas unterhalb des Mittelwerts, aber noch weit oberhalb der zulässigen, unteren Spannungsgrenze (zu weich).
Die Spalte Soll Hinterrad Antrieb ist deshalb leer, weil die Ist-Werte schon so gut beieinander liegen, daß eine Korrektur nicht notwendig war.

Ich prüfe meine Speichen bei jedem Putzen.
Einmal Durchfühlen ist kein Ding!!
Free Life Style
#82
(12-09-2020, 15:11)broker6 schrieb: Ich prüfe meine Speichen bei jedem Putzen.
Einmal Durchfühlen ist kein Ding!!

Hier gibt es ja verschiedene Methoden von der Tonhöhe bis wie weit sich die einzelne Speiche von Hand auslenken lässt, Biegung. Die maschinelle Einspeichung - wie soll eine Maschine die immer vorhandene, gewisse Unrundheit einer nackten Felge erkennen und korrigieren können? - birgt die Gefahr, dass einzelne Speichen dadurch zu weich eingespeicht sind. Beim Abrollen liegt die Belastung immer auf der oberen Speiche. Anschliessend wird sie unten wieder entlastet. Durch diese Wechselbelastung arbeitet sie permanent im Laufrad. Je weicher eingespeicht, umso mehr. Wie ein Stück Draht bricht, wenn man ihn ständig hin- und her bewegt. Nichts anderes als ein Draht ist eine Speiche.
Deren Bruchstelle ist vorprogrammiert. Der Bogen, den die Speiche in die Felge macht oder wie bei @Schlicki der Bogen in das Motorgehäuse. Dort wo das Material durch die Biegung nicht mehr homogen ist. Wenn man die Speichenspannung nach einer gewissen Kilometerleistung, so zwischen 500 und 1000km, einmal überprüft und korrigiert hat man anschliessend nie mehr ein Problem mit einem Speichenbruch. Natürlich immer unter Berücksichtigung, dass man einen Seiten- oder Höhenschlag in Grenzen halten kann.
Beste Grüße
Gerhard

Aspen+











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#83
So, nach einer Fristsetzung hat sich NCM binnen 2 Tagen gemeldet. Es geht doch.
Ich darf jetzt mein Hinterrad einschicken, es wird das das Kratzen im Motor sowie die Speichen gecheckt und repariert.
Ich suche dann mal einen großen Karton.

Gibt es für einen Laien irgendwas besonders zu beachten beim Ausbau?
#84
Merk dir nur genau welche Beilagscheiben an welcher Seite untergelegt waren.
Und beim wieder Einbau darauf achten das deine Achse mit der Kabelöffnung nach unten zeigt. Sonst kann dir Wasser ins Kabel laufen.
Habe ich auch nicht gewusst. Hat mir ein Fachmann hier erklärt.

Gruß Christian
FLAT BLACK FT26 :48V 17,5Ah Akku, Schwalbe Jumbo Jim 4.4, Magura MT5e, 2fach Ritzelumbau 32-46 vorne, 9-fach 11-32, Shimano XT Schaltwerk,Shimano Deore SL Schalter,Specialized Lenker 780mm, Sattel SQLabs 611 active, Federgabel Lutu, Flatpad Pedale, IPS Farbdisplay + Controller, Griffe Hope 
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#85
Der Einbau ist schon ein wenig tricky. Dadurch, dass die eine Unterlegscheibe mit dem "Splint" genau in die entsprechende Aussparung muss und die Bremsscheibe auch dahin möchte wo sie war. Ich habe das Fahrrad auf den Kopf gedreht, weil ich es anders zu schwer fand. Zu zweit ist es bestimmt einfacher.
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#86
Oh richtig, die Bremsscheibe.
Ich Schraube Mittlerweile die Bremse ab weil es sonst mit der Bremsscheibe beim wieder Einbau hakeln kann.
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#87
(13-09-2020, 15:08)Capri-schorsch schrieb: Oh richtig, die Bremsscheibe.
Ich Schraube Mittlerweile die Bremse ab weil es sonst mit der Bremsscheibe beim wieder Einbau hakeln kann.

So werde ich es wohl beim nächsten Mal auch machen.
#88
Es sind auch mittlerweile 2 Speichen gerissen. Dazu kommt jetzt zum Kratzen des Motors auch noch ein Knacken im Tretlager bei mittlerer Belastung. Goldene Serie......
#89
So, nach Speichenriss Nummer 3 wird mein Bike jetzt von NCM abgeholt und die defekten Komponenten, sprich Speichen, Motor und Tretlager instand gesetzt.

Da bin ich ja mal gespannt, wie lange das dauern wird.


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